Gilt für macOS Ventura bis macOS 26

Die Kurzfassung: Jedes Digitalfoto speichert seinen Aufnahmezeitpunkt in den EXIF-Metadaten, und das Dauerhafteste, was Sie für eine Fotosammlung tun können, ist, diesen Moment in den Dateinamen zu schreiben: 2026-07-14_18-42-31.jpg sortiert in jedem Programm, auf jedem Rechner chronologisch — für immer. Der Finder kann EXIF nicht lesen; Sie brauchen also entweder das kostenlose Kommandozeilenwerkzeug ExifTool oder ein spezialisiertes Umbenennungsprogramm mit Vorschau.

Volle Transparenz: Ich bin der Entwickler von A Better Finder Rename, einem kostenpflichtigen Umbenennungsprogramm, das genau das kann. Der kostenlose Weg wird unten ehrlich behandelt.

Eine Unterscheidung vorweg, denn sie entscheidet, welchen Artikel Sie brauchen: Diese Seite handelt davon, das Aufnahmedatum zum Dateinamen zu verwenden. Wenn die Daten selbst falsch sind — die Kamerauhr ging falsch, Scans tragen das heutige Datum —, reparieren Sie zuerst die Daten: siehe How to change file and photo dates on a Mac (auf Englisch). Falsche Daten ergeben falsche Dateinamen.

Warum Datums-Dateinamen alles andere schlagen

  • Sie sortieren überall chronologisch — Finder, Windows, Linux, Webserver, Backup-Programme — ohne sich auf Dateidaten zu verlassen, die Kopieren und Synchronisieren durcheinanderbringen können.
  • Sie sind in der ganzen Sammlung eindeutig. Zwei Urlaube können beide ein Strand 001.jpg haben; nur ein Foto entstand um 2026-07-14_18-42-31.
  • Sie tragen Bedeutung. Ein Dateiname, der sagt, wann, ist auf halbem Weg zu sagen, was.

Auf das Format kommt es allerdings an:

2026-07-14_18-42-31.jpg      ✓ sortiert richtig, überall unproblematisch
14-07-2026 18:42:31.jpg      ✗ sortiert nicht (Tag zuerst), und Doppelpunkte
                               sind in Dateinamen verboten oder heikel

Jahr zuerst (JJJJ-MM-TT), dann die Uhrzeit, keine Doppelpunkte oder Schrägstriche. Doppelpunkte sind auf dem Mac wie unter Windows reserviert; bleiben Sie bei Binde- und Unterstrichen, und der Name übersteht jedes Dateisystem, jede URL und jedes Backup-Medium.

Welches Datum genau?

Eine Fotodatei trägt mehr Daten, als man denkt, und das falsche zu erwischen ist der klassische Fehler:

  • EXIF DateTimeOriginal — der Moment des Auslösens. Das ist fast immer das richtige.
  • EXIF CreateDate / DateTimeDigitized — wann die Datei geschrieben wurde; bei einer Kamera deckungsgleich mit dem Auslösen, bei einem Scan der Moment des Scannens, nicht der Tag der Aufnahme.
  • Erstell-/Änderungsdatum des Dateisystems — wann die Datei auf dieser Platte entstand. Kopieren, Herunterladen und Bearbeiten können sie alle zurücksetzen. Nur als letzter Ausweg für Dateien ohne EXIF.
  • Filme sind anders: Videodateien speichern ihre Erstellungszeit in eigenen Metadaten (und oft in UTC statt Ortszeit) — ein gemischter Ordner aus Fotos und Clips braucht ein Werkzeug, das beides liest, und einen Blick auf die Zeitzonen, siehe unten.

Der kostenlose Weg: ExifTool

ExifTool ist der Kommandozeilen-Goldstandard für Foto-Metadaten. Eine Zeile benennt jedes Foto eines Ordners nach seinem Aufnahmedatum um:

exiftool -d "%Y-%m-%d_%H%M%S%%-c.%%e" "-FileName<DateTimeOriginal" /Pfad/zu/den/Fotos

Zum Lesen des Musters: %Y-%m-%d_%H%M%S ist das Datumsformat, %%-c hängt -1, -2, … an, wann immer zwei Fotos sonst denselben Namen bekämen, und %%e behält die ursprüngliche Endung. RAW-Formate werden unterstützt, und "-FileName<CreateDate" erfasst die meisten Videodateien.

Die ehrlichen Einschränkungen, wie bei allem auf der Kommandozeile: Es gibt keine Vorschau und kein Rückgängig — ein vertipptes Muster benennt tausend Dateien in einem Wimpernschlag falsch um —, also immer zuerst an einem kopierten Ordner testen. Sidecar-Dateien (XMP) folgen ihren Bildern nicht automatisch, und wer das Datum mit weiteren Änderungen kombinieren will (ein Orts-Präfix, ein Zähler, Textbereinigung), muss tiefer in ExifTools beachtliche Syntax einsteigen. Wer für den Grundfall lieber klickt: Das kostenlose ExifRenamer gibt es seit Jahren.

Mit Vorschau: A Better Finder Rename

Das Umbenennen nach Aufnahmedatum ist eine der Aufgaben, für die A Better Finder Rename gebaut wurde — und der Grund, warum Fotografen einen so großen Teil seiner Anwender stellen:

  • EXIF-Daten aus jedem gängigen Format, RAW-Dateien eingeschlossen, an beliebiger Stelle im Namen — vorn, hinten oder als kompletter Name. Die Aktion Datum & Zeit ▸ Rename to date/time mit Content Creation Date (e.g. EXIF) genügt.
  • Eine Live-Vorschau jedes neuen Namens, bevor eine einzige Datei umbenannt wird, mit Konflikterkennung — das Selbe-Sekunde-Problem zeigt sich, bevor es zuschlägt.
  • Serienbilder automatisch im Griff: Bilder werden anhand ihrer EXIF-Zeit mit Untersekunden-Präzision sortiert, und wo zwei trotzdem denselben Namen bekämen, hängt die Konfliktauflösung ein Unterscheidungszeichen an — a, b, c, … in Aufnahmereihenfolge, das Schema frei anpassbar (siehe Conflict Resolution im Handbuch, auf Englisch).
  • File Pairing hält RAW+JPEG+XMP-Gruppen im Gleichschritt: IMG_4302.CR3 und seine Sidecars werden gemeinsam zu 2026-07-14_18-42-31 (siehe File Pairing im Handbuch, auf Englisch).
  • Zeitzonen, gelöst (Version 12): Benennen Sie nach der Ortszeit des Aufnahmeorts oder übersetzen Sie alles in Ihre eigene Zeitzone — Ihre Wahl, und gemischte Foto-/Video-Ordner liegen nicht mehr eine Stunde daneben.
  • Das Datumsfeld wählen, wenn eine Kamera eigenwillige Zeitstempel schreibt: Version 12 lässt Sie festlegen, welches Metadatenfeld als Aufnahmedatum zählt.
  • Ein Durchgang, mehrere Schritte: Aufnahmedatum + Ortstext + Zähler mit führenden Nullen in einer einzigen Operation mit Vorschau.

Version 12 kostet 29,95 € als Einmalkauf, mit einer kostenlosen Testversion (bis zu zehn Dateien auf einmal), damit Sie vor dem Kauf prüfen können, ob es die Dateien Ihrer Kamera liest.

A Better Finder Rename benennt eine Sony-RAW+JPEG-Serie nach Aufnahmedatum um: die Aktion Rename to date/time mit Content Creation Date, die Live-Vorschau macht aus IMG_4302.ARW und IMG_4302.JPG die Namen 2019-08-16_16-24-14.ARW und .JPG, darunter die EXIF-Kameradaten des Fotos

Eine RAW+JPEG-Serie, nach Aufnahmedatum umbenannt und vorher in der Vorschau geprüft: Jedes IMG_-Paar bekommt denselben JJJJ-MM-TT_HH-MM-SS-Basisnamen, und das Metadaten-Panel zeigt die EXIF-Daten, aus denen die Namen entstehen.

Die kniffligen Fälle

  • Zwei Fotos in derselben Sekunde. Der Serienbildmodus produziert sie ständig. In ExifTool deckt das Kollisionssuffix %%-c den Fall ab. A Better Finder Rename sortiert Serien anhand der EXIF-Untersekunden und löst verbleibende Kollisionen automatisch auf: a, b, c, … in Aufnahmereihenfolge (das Unterscheidungsschema ist anpassbar).
  • Zeitzonen. Kameras stempeln die an der Kamera eingestellte Ortszeit, Telefone taggen die Zone, Videos speichern oft UTC. Ein Ordner mit allen dreien kann um Stunden falsch ineinandersortieren. Genau dafür gibt es die Zeitzonen-Übersetzung von Version 12; mit ExifTool ist es Offset-Arithmetik von Hand.
  • Scans und Fotos ohne EXIF. Das EXIF-Datum eines gescannten Abzugs (falls vorhanden) ist der Scan-Moment. Ihre Möglichkeiten: auf Dateidaten zurückfallen, wenn sie etwas bedeuten — oder zuerst korrekte Daten in die Dateien schreiben, das ist das Terrain von A Better Finder Attributes (siehe den Datums-Artikel, auf Englisch) — und danach aus den korrigierten Daten umbenennen.
  • Bearbeitete Kopien. Ein Export aus dem Bildbearbeitungsprogramm bekommt ein frisches CreateDate; benennen Sie nach DateTimeOriginal um, das Bearbeitungsprogramme erhalten, nicht nach Dateidaten.

Typische Stolperfallen

  • Umbenennen, bevor die falsch gehende Kamerauhr korrigiert ist. Die falsche Zeit wird in jeden Dateinamen eingebacken. Erst Daten reparieren, dann umbenennen.
  • Doppelpunkte und Schrägstriche im Datumsformat. Auf den meisten Dateisystemen verboten oder fehleranfällig; nehmen Sie Binde- und Unterstriche.
  • Nur eine Hälfte eines RAW+JPEG-Paars umbenennen. Die Verknüpfung reißt stillschweigend; Paare immer zusammen umbenennen.
  • Dateidaten vertrauen. Sie ändern sich beim Kopieren und Bearbeiten; EXIF nicht.
  • Kein Probelauf. Egal welches Werkzeug: erst 20 kopierte Dateien, Ergebnis prüfen, dann Ernst machen.

Häufige Fragen

Kann der Finder Fotos nach Aufnahmedatum umbenennen? Nein. Das Format Name und Datum des Finders nimmt das aktuelle Datum, bestenfalls Dateidaten — EXIF-Aufnahmedaten kann er nicht lesen. Dafür brauchen Sie ExifTool oder ein spezialisiertes Umbenennungsprogramm.

Was ist das beste Datumsformat für Fotodateinamen? JJJJ-MM-TT_HH-MM-SS, z. B. 2026-07-14_18-42-31.jpg. Jahr zuerst lässt Namen chronologisch sortieren; Binde- und Unterstriche sind auf jedem Dateisystem unproblematisch, Doppelpunkte und Schrägstriche nicht.

Und zwei Fotos aus derselben Sekunde? Ein gutes Werkzeug löst die Kollision für Sie: ExifTools %%-c hängt -1, -2, … an; A Better Finder Rename sortiert Serien nach EXIF-Untersekunden und hängt ein anpassbares Unterscheidungszeichen an (a, b, c, …) — in Aufnahmereihenfolge, sodass 2026-07-14_18-42-31a.jpg wirklich vor …31b.jpg entstand.

Funktioniert das mit RAW-Dateien? Ja — RAW-Formate tragen dieselben EXIF-Daten. Die zusätzliche Anforderung ist, jedes RAW mit seinem JPEG und XMP-Sidecar synchron zu halten — genau dafür gibt es File Pairing.

Die Daten meiner Fotos sind falsch — trotzdem umbenennen? Nein: erst die Daten reparieren (Kamerauhr-Versatz, Scans), dann umbenennen. Siehe How to change file and photo dates on a Mac (auf Englisch).

Meine Videos liegen um Stunden daneben. Video-Metadaten werden oft in UTC gespeichert, Fotos in Ortszeit. Nehmen Sie ein Werkzeug mit Zeitzonen-Übersetzung oder korrigieren Sie den Versatz vor dem Umbenennen.


Frank Reiff ist der Entwickler von A Better Finder Rename, dem Mac-Umbenennungsprogramm in kontinuierlicher Entwicklung seit 1996. Für das große Ganze: Fotos umbenennen am Mac — oder schreiben Sie mir, wenn dieser Artikel Ihr Umbenennungsproblem nicht abdeckt.